CHEVRON / Symbole 20-39

PICES

- (evtl. Pictor?  Deutsch: Malerstaffel, Abkürzung: Pic)



ARIES

Abkürzung:
Ari
Deutscher Name:
Widder

I. Sternkreiszeichen

Allgemein:
Ein hübsches, wenn auch nicht allzu auffälliges Sternbild des Herbst- und Winterhimmels. Die Sonne wandert auf ihrer jährlichen Bahn von Ende April bis Mitte Mai durch dieses Sternbild. Obwohl es in Aries nicht sehr viele Beobachtungsobjekte gibt, ist dieses Sternbild dennoch für die Astronomen von Bedeutung. In früheren Zeiten lag der Frühlingspunkt (d.h. der Punkt, an dem die Sonne auf ihrer Wanderung von Süden nach Norden den Himmeläquator überquert) innerhalb der Grenzen von Aries. Jedoch befindet sich dieser Punkt heutzutage aufgrund der Präzession weiter westlich, im benachbarten Sternbild der Pisces (Fische). Aud historischen Gründen bezeichnet man den Frühlingspunkt auch heute noch als den 'Anfang von Aries'. Die Bedeutung dieses Punktes ist mit der Bedeutung des Nullmeridians, der durch Greenwich verläuft, vergleichbar: er stellt den Nullpunkt der Rektaszension dar.
Dieses Sternbild befindet sich zwischen DECL=+10 Grad und DECL=+30 Grad sowie zwischen RA=1h 40m und RA=3h 30m.
Über dem Körper von Aries befindet sich einer der Asterismen: die Nördliche Fliege schwebt über Aries.

Mythologie und Geschichte:
Das Sternbild Aries lässt sich bis ins Altertum zurückverfolgen. Obwohl es eher ein unscheinbares Sternbild ist, haben sich viele Legenden darum gebildet.

Eine Legende stammt aus der griechischen Mythologie. Da war Aries der Widder mit dem Goldenen Vlies. Einige sagen, dass dieser Widder der König der Götter selbst sei: Zeus nahm vermutlich die Form eines Widders an, um der Verfolgung durch die Riesen zu entfliehen.

In einer anderen Legende wurde der Widder von Hermes - dem Götterboten und Gott des Schlafes und der Träume - gesandt um den Prinzen Phrixos und dessen Schwester Helle zu retten. Die beiden waren die Kinder der Wolkengöttin Nephele und des Herrschers von Orchomenos. Sie sollten auf Wunsch der Geliebten des Vaters, Ino, geopfert werden. Der Widder versuchte den Prinzen und die Prinzessin auf seinem Rücken durch die Luft über Land und Meer zu tragen - doch Helle fiel zu Tode, während sich Phrixos an des Widders Wolle festklammerte und sich dadurch retten konnte. Der Widder trug den Prinzen in ein Land nahe dem Schwarzen Meer. (Die Meerenge Dardanellen, zwischen der Ägäis und dem Marmarameer, trug aufgrund dieser Legende im Altertum den Namen Hellespont.)

Der Widder befahl dann Phrixos, ihn den Göttern zu opfern und ihm seine goldene Wolle abzunehmen. Phrixos überreichte das Vlies König Aeetes, der es in ein geheiligtes Gehölz hing, wo es von einem schlaflosen Drachen bewacht wurde. Das goldene Vlies war so strahlend hell, dass es das Land nachts in goldenes Licht tauchte.

Später wurde das Goldene Vlies mit der Reise des Schiffes Argo, bemannt mit Jason und seinen berühmten Argonauten - den Helden der griechischen Sage - in Verbindung gebracht. Sie fuhren nach Kolchis um das Goldene Vlies zu erobern. In der Zwischenzeit wurde dem Widder wegen seiner Freundlichkeit und seiner Grosszügigkeit ein Platz unter den Sternen beschert.

Vielleicht sind die Sterne des Sternbilds Aries deshalb so dunkel, weil der Widder sein strahlend helles Goldenes Vlies verlor, bevor der zwischen den Sternen platziert wurde.

Das Sternbild war für die Römer Aries; Ovid hat es Phrixea Ovis (Schaf des Phrixos), andere haben es Portior Phrixi, Phrixi Vector (soviel wie Fährmann des Phrixos) genannt. Nach der goldenen Fellfarbe hat es Ovis aurea und Ovis auratus geheissen.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass früher ein heute nicht mehr anerkanntes Sternbild nördlich vom Widder existierte. Das Sternbild hiess Musca Borealis (Nördliche Fliege). Andere Bezeichnungen waren Fliege, Vespa (Wespe, Bremse) und Apis (Biene).

Eine andere Auffassung meint, dass Aries die zum Teil modifizierte Figur Beel-zebul darstellt. Beel-zebul oder Beelzebub ist eine etymologische, aber nicht ganz gesicherte Ableitung von Baal-Zebub, dem Herr der Fliegen. Eine andere Ableitung ist die der phönikischen Gottesvorstellung: Baal der Fürst. Im Neuen Testament (Matthäus 12, 24-27) sieht man im Beelzebub den obersten Dämon, im Mittelalter hat man ihn als Patron der Magie und des Zaubers aufgefasst; christliche Theologen haben ihn zum Fürst des Reiches der Finsternis, zum Teufel, gewandelt.

Die Araber sahen in den Sternen des Aries ein Schaf, die Chinesen einen Hund.

http://deepsky.astronomie.info/Ari/index.de.php
http://www.maa.mhn.de/Maps/Stars/Fig/aries.html


TAURUS

Abkürzung:
Tau
Deutscher Name:
Stier

II. Sternkreiszeichen

Allgemeines:
Das zweite Tierkreiszeichen. Die Sonne wandert durch dieses Sternbild von Mitte Mai bis Ende Juni; daher ist es am besten Anfang Winter zu beobachten. Der rote Stern alpha Tau, genannt Aldebaran, stellt das glühende Auge des Stieres dar, während der weiße Stern beta Tau, auch El Nath genannt, als das zustoßende Horn angesehen werden kann. Der offene Sternhaufen der Hyades bildet den Kopf.

Mythologie und Geschichte:
Als eines der ältesten Sternbilder war Taurus schon in den ersten Hochkulturen bekannt. Man vermutet, dass das Sternbild um 5000 v. Chr. gebildet wurde. In der griechischen Mythologie gibt es vom Stier die schöne Geschichte zu erzählen, die sich ereignete, als Zeus (Jupiter) sich in die Tochter des Königs Agenor, der in Tyrus in Phönizien herrschte, verliebte. Zeus verwandelte sich damals in einen Stier, um die jungfräuliche Europa zu entführen:

Hermes (Merkur) verliess das nach Athene benannte Land, schwang seine Flügel und stieg himmelan. Zeus rief ihn beiseite und trug ihm auf - ohne ihm seine wahre Absicht mitzuteilen -, sofort nach Phönizien zu gehen und im Gebirge die jungen Stiere des Königs an die Küste zu treiben. Dort vergnügte sich für gewöhnlich des grossen Königs hübsche Tochter zusammen mit anderen Mädchen aus Tyrus.

Zeus verwandelte sich in einen schneeweissen, kräftigen und schönen Stier mit Hörnern, durchsichtig wie Edelstein. Er mischte sich unter die Herde und näherte sich so der lieblichen Europa. Diese bewunderte den prächtigen und friedfertigen Stier. Doch wenn er auch sanftmütig erschien, scheute sie sich doch zuerst, ihn zu berühren, kam aber dann doch heran und hielt ihm Blumen an den weissen Mund. Da freute sich der verliebte Zeus, und während er auf die Erfüllung seines Verlangens hoffte, küsste er ihre Hände. Bald spielte er mit ihr und sprang auf dem grünen Rasen herum, bald streckte er die schneeweisse Flanke im gelblichen Sand aus. Allmählich schwand Europas Furcht. Nun liess sich der Stier von den Händen des Mädchens die Brust kraulen und um die Hörner frische Kränze schlingen.

Endlich wagte es die königliche Jungfrau sogar, ohne zu ahnen wer sie da tragen sollte, sich auf den Rücken des Stieres zu setzen. Da entfernte sich der Gott unmerklich vom Land und der trockenen Küste und setzte listig den Fuss in die äussersten Wellen, ging mehr und mehr hinein und trug durch die Weiten des Meeres seine Beute. Ängstlich blickte Europa auf die sich langsam entfernende Küste zurück, hielt sich mit der Rechten an des Stieres Mähne fest und mit der Linken ihr leichtes Gewand. Der Wind bauschte sich darin und spielte mit ihrem blonden, langen Haar. Die Furcht verlieh ihr neue Anmut. Oft zog sie ihre Mädchenfüsse vom Meer in die Höhe und fürchtete die Berührung des hochspritzenden Wassers, oft tauchte der Gott mit Arglist den Rücken in die Wellen, damit sie sich umso enger an seinem Hals festhielt. Als sie das andere Ufer erreicht hatten, stand Zeus plötzlich ohne seine Hörner da, und er hatte sich vom Stier in den Gott zurückverwandelt. Sie stiegen auf zum Himmel und die Prinzessin wurde seine Geliebte.

Nach einer anderen Variante dieser Erzählung hatte sich Zeus nicht selbst in einen Stier verwandelt, sondern er hatte der jungfräulichen Europa einen echten Stier geschickt, um sie aus dem Kreis ihrer Gespielinnen zu entführen. Dieser Stier irrte dann herrenlos in Kreta herum.

Der kretischen Königin Pasiphae gefiel dieser schöne Stier so sehr, dass sie den bekannten Kunsthandwerker Daidalos beauftragte, eine hölzerne, lebensnah nachgeahmte Kuh zu bauen. Daidalos versah diese innen hohle Kuh mit einer Klappe am Rücken und überzog sie dann mit Kuhhaut. Die wollüstige Pasiphae schlüpfte in diese Kuh, um ihrem Verlangen zu frönen. Auf der Wiese in der Nähe von Gortys weidete der Bulle, kam schliesslich heran, liess sich von der Attrappe täuschen und besprang die vermeintliche Kuh.

Aus dieser Verbindung entspross der Minotaurus, ein grässliches Mischwesen. Bald hatten die Inseleinwohner beschlossen, diesen Schandfleck vor den Augen der Welt zu verbergen und versteckten den Minotaurus in einem verschlungenen Bau, in einem finsteren Gemäuer. Der Stier jedoch, der dieses Wesen zeugte, wurde von Poseidon, dem Gott des Meeres, zur Strafe mit Raserei geschlagen. Von einer Bestrafung der lüsternen Pasiphae weiss man nichts. Dieser Stier, der auf der Insel Kreta rasend und als schlimme Plage umherirrte, sollte nun von Herakles in seiner siebenten Aufgabe, die ihm Eurysteus auftrug, lebend eingefangen und nach Argus gebracht werden.

In Anlehnung an die erste Erzählung gibt es die Bezeichnung Portitor Europae (Fährmann der Europa) und Proditor Europae (Verräter der Europa). An die zweite Erzählung erinnert der Name Amasius Pasiphaes (Liebhaber der Pasiphae). Weitere Namen sind Bos (Stier), Princeps Armenti (Führer der Herde) und eigenartigerweise auch Bubulcus (Ackerknecht, Ochsenknecht), ein Name der eher dem Bootes zustünde.

http://www.maa.agleia.de/Maps/Stars/Fig/taurus.html
http://deepsky.astronomie.info/Tau/index.de.php



ORION

Abkürzung:
Ori
Deutscher Name:
Orion

Allgemeines:
Ein Sternbild im Äquatorialbereich des Himmels, das zugleich der Namensgeber einer Sternbildfamilie ist und mit Sicherheit zu den bekanntesten Sternbilder zu zählen ist. Es erstreckt sich von RA=4h 40m bis RA=6h 20m und DECL=+23 Grad zu DECL=+8 Grad.
In mancherlei Hinsicht ähnelt dieses Sternbild einer schiefen Sanduhr. Im Winter ist der Orion ein prachtvolles Sternbild, das man leicht anhand der drei hellen Sterne, die den Gürtel des Jägers darstellen sollen, ausfindig machen kann (diese Sterne werden manchmal auch Jakobsleiter oder Jabobsstab genannt). Die Gürtelsterne weisen die Richtung zu Sirius, dem hellsten Stern im Sternbild des Großen Hundes Canis Major, südöstlich vom Orion.
Von diesem Gürtel hängt ein gut sichtbarer Dolch, der wegen eines der berühmtesten Nebel am Himmel bekannt ist: Der Große Orion Nebel (M42).
Der Orion liegt so nahe an der Milchstraße, daß diese Region auch für schwächere Fernrohre und Ferngläser hochinteressant ist.
Zusätzlich zu den oben genannten Daten ist eine Sternenkarte vorhanden, um die Sterne zu lokalisieren.

Mythologischer Hintergrund:
Laut der griechischen Mythologie starb Orion als er von einem Skorpion gestochen worden ist. Er wurde so an den Himmel versetzt, daß er im Westen untergeht, wenn sein Mörder, der Scorpius, im Osten aufgeht.
Gefolgt von seinem beiden Hunden kämpft er nun gegen den Stier. Laut Secrets of the Night Sky (Bob Berman, William Morrow &Co, 1995) sahen die Sumerer in diesem Sternmuster keinen Jäger, sondern ein Schaf. Der Name Beteigeuze bedeutet buchstäblich die "Achsel des Schafes".

http://www.maa.agleia.de/Maps/Stars/Fig/orion.html



GEMINI

Abkürzung:
Gem
Deutscher Name:
Zwillinge

III. Sternkreiszeichen

Allgemeines:
Eines der zwölf Tierkreiszeichen. Die Sonne befindet sich von Ende Juni bis Ende Juli in diesem Sternbild. Man kann es daher am besten im Winter beobachten.

Mythologischer Hintergrund:
Die Namen der beiden hellsten Sterne, Castor und Pollux, kann man man in der griechischen Mythologie wiederfinden:
Dereinst verführte Zeus Leda, die Gattin des Königs von Sparta, Tyndareos. Um sich Leda nähern zu können, nahm Zeus die Gestalt eines Schwanes an. Leda wurde schwanger und gebar die Zwillinge Castor und Pollux. Zeus war auch der Vater von Helena, der Schwester der Zwillinge. Es handelte sich um dieselbe Helena, die von Paris geraubt und nach Troja gebracht wurde; dies war der Anlaß zum Ausbruch des trojanischen Krieges.

http://www.maa.mhn.de/Maps/Stars/Fig/gemini.html



CANCER

Abkürzung:
Cnc
Deutscher Name:
Krebs

IV. Sternkreiszeichen

Allgemeines:
Von Ende Juli bis Anfang August durchquert die Sonne dieses Sternbild. In früheren Zeiten befand sich die Sonne zu dem Zeitpunkt in diesem Sternbild, da sie ihren nördlichen Punkt erreichte (Sommersonnenwende). Heutzutage jedoch findet man die Sonne am Tag der Sommersonnenwende im benachbarten Sternbild der Zwillinge; der Grund für diese Verschiebung liegt in der Präzession der Erdachse.
Obwohl Cancer zu den Sternbildern der Zodiakal Familie zu zählen ist, wird es auch mit der Herkules Sternbild Familie in Verbindung gebracht.

Mythologischer Hintergund:
Man kann sich dieses Sternbild wie folgt vorstellen: Der Krebs attackiert Herkules während dieser mit der Wasserschlange, Hydra, kämpft.

http://www.maa.agleia.de/Maps/Stars/Fig/cancer.html



LEO

Abkürzung:
Leo
Deutscher Name:
Löwe

V. Sternkreiszeichen

Allgemeines:
Das fünfte Zeichen des Tierkreises. Dieses Sternbild weist einen sog. Asterismus auf, die Sichel, deren Erscheinung einer sich wölbenden Mähne gleicht

Mythologie und Geschichte:
Mit grosser Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier um den Löwen aus der Herakles-Sage, den er in seiner ersten Aufgabe, die ihm Eurysteus auftrug, bewältigte.

Auf der südgriechischen Halbinsel Peloponnes liegt die liebliche Landschaft Nemea. Dort hauste eine Bestie von besonderer Gefährlichkeit: ein Löwe mit einem Fell hart wie Stahl und trotzdem geschmeidig. Seine fürchterlichen Krallen scharf und hart wie Diamant. Dieser Löwe war auch nicht leicht zu stellen und zu töten, denn er hauste in einer Höhle mit zwei Fluchtwegen. Herakles Pfeile konnten ihn nicht verletzen und all seine Waffen versagten. Um das Entkommen des Löwen zu verhindern, verstellte Herakles den zweiten Fluchtweg der Höhle und von vorne eindringend erwürgte er ihn schliesslich mit blossen Händen. Nicht einmal in den toten Löwenkörper konnte sein Messer eindringen und so musste er die diamantharten Krallen verwenden, um dem Löwen das Fell abzuziehen. Herakles legte sich das Fell über seine Schultern und trug es wie einen Panzer.

Der Löwe war der Sohn der Echidne und des Orthos. Echidne war eine schöne Frau, allerdings nur bis zur Hälfte; ab dort setzte sich ihr Leib als fleckige Schlange fort. Orthos war Echidnes mit Typhon gezeugter gezeugter Sohn und war ein Hund mit zwei Köpfen. Des Löwen Schwester ist die bekannte Sphinx.

Der Löwe als Sternbild wird daher auch Nemeischer Löwe, Nemeaeus, Nemeaeum Monstrum und Hercules Leo genannt. In Persien bezeichnet man ihn Ser oder Shir, in der Türkei Artan, in Syrien Aryo und in Babylonien Aru; immer ist mit diesem Wort ein Löwe gemeint. Beim Christianisierungsversuch wurde er in den Löwen Daniels gewandelt oder - so lächerlich es klingen mag - in den Ungläubigen Thomas.

http://www.maa.agleia.de/Maps/Stars/Fig/leo.html
http://deepsky.astronomie.info/Leo/index.de.php



BOOTES

Abkürzung:
Boo
Deutscher Name:
Bärenhüter

Allgemein:

Ein recht großes Sternbild der nördlichen Hemisphäre. Der vierthellste Stern am Himmel befindet sich in Boötes: Arcturus, ein Roter Riese mit einer Helligkeit von -0.04 mag. Der Name dieses Sternes steht auch für das gesamte Sternbild: Bärenhüter. Mitunter findet man auch den Namen Hirte für Boötes.
Dieses Sternbild reicht bis DECL=@+55 Grad hinauf; die südliche Grenze erreicht mit DECL=+8 Grad fast den Himmelsäquator. Von Westen nach Osten erstreckt sich Boötes von RA=13h 40m bis RA=15h 50m. Obgleich Boötes auf mythologischer Sicht recht eng mit dem Sternbild Ursa Maior verbunden ist, berührt lediglich die nordwestliche Ecke den Großen Bären. Weitere angrenzende Sternbilder sind: Canes Venatici und Coma Berenices im Westen; Virgo im Süden, Serpens, Corona Borealis und Hercules im Osten und letztendlich Draco an der anderen nördlichen Ecke.

Mythologischer Hintergrund:

Bootes ist ein sehr altes Sternbild und man weiss viele Geschichten darüber zu erzählen, die teilweise sogar widersprüchlich sind.

Der Name tauchte schon vor über 3000 Jahren auf. Er ist der Hirte oder Bärenhüter und dazu bestimmt in der Nähe des Grossen Bären zu hüten. Eine andere Interpretation sieht darin den Ochsentreiber, denn der Grosse Wagen in Ursa Maior wurde als Ochsenkarren gesehen. Die Ägypter betrachteten Ursa Maior als böswillig und Bootes sollte ihn bewachen. Der ägyptische Name für Bärenwächter ist Hippopotamus. Auf vielen Darstellungen hält er darüber hinaus die Leine der Jagdhunde.

In der griechischen Mythologie ist Bootes Ikarios. Er lernte von Dionysos, dem Gott der Fruchtbarkeit, des Weines und des Rausches, die Kunst des Weinanbaus und der Kelterei. Ikarios hat eine Probe seiner Kunst einer Gruppe von Schafhirten angeboten, die den Wein unbeherrscht in grosser Menge unverdünnt getrunken haben, bis sie sich verzaubert glaubten, weil sie manches doppelt sahen. In ihrem Rausch töteten sie Ikarios, weil sie meinten, er hätte sie vergiftet. Nachdem sie ihren Rausch ausgeschlafen hatten, begruben sie ihn unter einem Tannenbaum und verwischten alle Spuren sorgfältig, damit ihre Tat nicht bekannt würde. Ikarios' Tochter Erigone wusste nicht wo ihr Vater geblieben war, bis ihr Hund Maria sie an einem Zipfel ihres Gewandes zu jener Stelle zerrte, wo ihr Vater von den Mördern verscharrt worden war. Verzweifelt war Erigone und erhängte sich an dem Tannenbaum, der beim Grab ihres Vaters stand. Der Hund, bekümmert über den Tod der beiden, stürzte sich in einen nahegelegenen Brunnen.

Als Dionysos diese schreckliche Neuigkeit vernahm war er so ausser sich vor Zorn, dass er einen Fluch über die Jungfrauen in Athen aussprach, der sie dazu veranlasste, sich selbst an Bäumen aufzuhängen. Die Bürger von Athen waren so erschreckt, dass sie ein Orakel konsultierten. Das Orakel sprach, dass der Tod der Jungfrauen nur gestoppt werden könne, wenn Ikarios' Mörder gefunden und bestraft würden. Das war schnell geschehen. Später zelebrierten die Athenier jedes Jahr beim Weinlesefest den Tod des Ikarios und der Erigone. Trinkopfer werden dem Ikarios und der Erigone dargebracht und Mädchen schaukeln, auf kleinen Brettern stehend, an Seilen im Baumgeäst.

Dionysos schenkte Ikarios, dessen Tochter und ihrem Hund einen Platz unter den Sternen. Ikarios wurde zu Bootes, Erigone wurde zum Sternbild Virgo und der Hund wurde zum Sternbild Canis Minor.

Nach einer Erzählung von Eratosthenes stellt das das Sternbild jedoch Arkas dar, welcher der Sohn des Göttervaters Zeus und Kallisto, der Tochter des Königs Lykaon von Arkadien. Eines Tages war Zeus im Palast des Lykaon zum Essen eingeladen. Um zu prüfen, ob der Gast tatsächlich der mächtige Zeus, der König der Götter, sei, zerstückelte Lykaon seinen Enkel Arkas und setzte ihn Zeus als Mahlzeit vor. Zeus erkannte jedoch sofort das Fleisch seines armen Sohnes und warf in rasendem Zorn den Tisch um, tötete Lykaons Söhne mit einem Blitz und verwandelte Lykaon selbst in einen Wolf. Dann fügte Zeus die Teile seines Sohnes wieder zusammen und übergab ihn der Pleiade Maia, die ihn aufzog.

Mittlerweile war Kallisto von der eifersüchtigen Gattin des Zeus, Hera, in eine Bärin verwandelt worden. Als Arkas zu einem Jüngling herangewachsen war, begegnete er eines Tages auf der Jagd der Bärin. Kallisto erkannte ihren Sohn, konnte ihn aber nur mit einem Brummen begrüssen. Arkas verstand dieses Brummen nicht als mütterliche Zuneigung und jagte sodann die Bärin, die in den Tempel des Zeus flüchtete. Dies war ein verbotener Ort und dessen Betreten wurde mit dem Tode bestraft. Zeus ergriff beide und versetzte sie als Sternbilder an den Himmel.

Nach einer Interpretation meint die Bezeichnung Bootes Fuhrmann oder Kutscher eines Erntewagens oder auch Plaustri Cutos (Wächter des Wagens). Andere verbinden diesen Namen mit dem Führer der beiden Hunde Chara und Asterion, die wir heute Jagdhunde nennen und in unmittelbarer Nähe beim Bootes sehen. Die beiden verfolgen nämlich den Grossen Bären rund um den Pol und der Bootes eilt hinter ihnen her. Offenbar macht Bootes dabei ein lautes Geschrei um die Hunde anzufeuern, denn die Bezeichnung Vociferator, Vociferans, Clamans, Clamator und Plorans meint jemanden, der laut die Stimme erhebt, ruft und schreit. Aber auch Hirte und Bärenwächter hat man ihn genannt. Cicero (106-43 v.Chr.) berichtet, dass man ihn auch Arctophylax nannte (Arctophylax, vulgo qui dicitur esse Bootes). Aber auch Arcturus, Portitor Ursae, Custos Arcti, Custor Erymanthidos Ursae und Arcturi Custos hat man ihn bezeichnet; alle diese Namen meinen einen Wächter des Bären. Venator Ursae, der Bärenjäger, ist eine andere übliche Bezeichnung gewesen.

http://www.maa.agleia.de/Maps/Stars/Fig/bootes.html
http://deepsky.astronomie.info/Boo/index.de.php



SERPENS CAPUT

Abkürzung:
Ser
Deutscher Name:
Schlange

http://www.maa.mhn.de/Maps/Stars/Fig/serpens.html

Mythologie und Geschichte:
Serpens (Caput) und Serpens (Cauda) ist ein altes Sternbild, das eine Schlange darstellt, die sich um den Körper des Schlangenträgers gewunden hat. Nach der griechischen Mythologie soll die Schlange dem Asklepios (der im Schlangenträger symbolisiert ist) ein Wunderkraut gebracht haben, das Kranke heilt und Tote wiedererweckt.

Schlangen wurden schon lange als Quelle der Heilerei angesehen - ein Konzept, das regelmässig ein führender Lehrsatz der medizinischen Quacksalberei in Form von "Schlangenöl-Elixieren" und ähnlichem war. Andererseits wurde Asklepios' Schlange zum Caduceus, dem universellen Emblem der Medizin mit den ein oder zwei Schlangen, die sich um einen Stab winden.

Die korrekte lateinische Schreibweise der beiden Teilsternbilder ohne Klammern ist Serpentis Caput (Kopf der Schlange) und Serpentis Cauda (Schwanz der Schlange), meistens wird jedoch nicht darauf geachtet.

http://deepsky.astronomie.info/Ser/index.de.php



CRA

Lateinischer Name:
Corona Australis
Abkürzung:
CrA
Deutscher Name:
Südliche Krone
 
Mythologie und Geschichte:
Das südliche Gegenstück zu Corona Borealis, der Nördlichen Krone, ist seit der Zeit des griechischen Astronomen Ptolemaios im zweiten nachchristlichen Jahrhundert bekannt. Eine Deutung weist sie als Krone des Zentauren Sagittarius aus.

http://deepsky.astronomie.info/CrA/index.de.php



AQUILA

Abkürzung:
Aql
Deutscher Name:
Adler

Allgemein:
Ein hübsches Sternbild am Himmelsäquator; es liegt (grob ausgedrückt) zwischen DECL=+10 und DECL=-10, RA=19h und RA=20h 30m. Der Alpha Stern, Altair (arab.: der fliegende Adler) bildet zusammen mit alpha Cyg und alpha Lyr das sogenannte Sommerdreieck.
Dieses Bild gibt eine Möglichkeit wieder, wie man sich den Adler in den Sternen vorstellen kann.
Aufgrund der Spalte, einer Gasse verdunkelnden Staubes, spaltet sich die Milchstraße in zwei Bereiche, während sie durch dieses und das benachbarte Sternbild, Ophiuchus, verläuft. In diesem Gebiet findet man sehr viele dichte Sternballungen.

Mythologischer Hintergrund:
Aquila
, der Adler, ist einer der beiden Vögel, die von Herkules gejagt werden (Cygnus, der Schwan, ist der zweite). Doch wie es aussieht, haben die beiden Vögel Glück bei ihrer Flucht. Man nimmt an, daß diese Vögel (zusammen mit einem dritten, dem Geier - heutzutage das Sternbild Lyra, die Leier) die Stymphalischen Vögel repräsentieren - eine der zwölf Aufgaben des Herkules.

http://www.maa.agleia.de/Maps/Stars/Fig/aquila.html



PICES AUSTRINUS

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PEGASUS

Abkürzung:
Peg
Deutscher Name:
Pegasus
 
Mythologie und Geschichte:
Pegasus, oder Pegasos, ist das berühmte geflügelte Pferd, das Kind der Medusa, gezeugt von Poseidon, dem Gott der Weltmeere. Die Medusa war eine der Gorgonen, welche Schlangen statt Haare trugen und deren grausiger Anblick einen versteinern liessen. Perseus hatte die Medusa enthauptet und aus dem abgeschlagenen Hals sprang Pegasos mit blutbespritzter Mähne hervor.

Pegasos lebte am Wohnsitz der Götter, er trug für Zeus die Blitze und die Donner und nur der Held Bellerophontes konnte es einst mit einem goldenen Zaumzeug zähmen, das ihm Athene, die Göttin der Wissenschaft und Kunst, schenkte. Unglaubliche Taten und Abenteuer hat Bellerophontes mit seinem Pegasos bestanden, ja sogar die Chimaira hat er besiegt und erlegt, jenes Ungeheuer der griechischen Sage, welches ein feuerspeiendes Löwenhaupt auf einem Ziegen- und Drachenkörper trug. Doch als Bellerophontes in seinem Übermut auf dem Pegasos sogar den Himmel erstürmen wollte, da hat er offenbar das goldene Zaumzeug der Athene missbraucht, denn das Pferd schüttelte ihn ab und kehrte zum Wohnsitz der Götter zurück.

Pegasus, das Geflügelte Pferd, Equus Ales (ales = geflügelt), Cornipes (hornfüssig, hufetragend), Sonipes (mit tönendem Fusse, Ross), Sonipes Ales, Equus Pegasus, Pegasus Equus alatus und Bellerophon waren einige Bezeichnungen, die dieses Sternbild trug.

http://www.maa.agleia.de/Maps/Stars/Fig/pegasus.html
http://deepsky.astronomie.info/Peg/index.de.php



ANDROMEDA

Abkürzung:
And
Deutscher Name:
Andromeda

Allgemeines:
Dieses große Sternbild der nördlichen Hemisphähre wird zu der Sternbild Familie des Perseus gezählt. Der Name des Alphasternes, Sirrah (oder auch Alpheratz) stammt aus dem arabischen und bedeutet "der Nabel des Pferdes". Der Grund dafür ist historisch bedingt: in früheren Zeiten rechnete man dieser Stern zum Sternbild Pegasus, das sich gleich neben Andromeda befindet. Heutzutage markiert er den Kopf der königlichen Tochter (vgl. dazu den "mythologischen Hintergrund" weiter unten).
Sirrah ist ein blau-weißerr Stern (Spektraltyp B8IVpMnHg) von 2.06 Magnituden Helligkeit.

Mythologie und Geschichte:
Andromeda war die Tochter des äthiopischen Königs Kepheus und seiner Gemahlin Kassiopeia. Als Kassiopeia sich damit rühmte, dass ihre Schönheit und die ihrer Tochter grösser sei als die der Nymphen im Meer, sandte Poseidon, der Gott der Weltmeere, den mächtigen Wal Cetus um die äthiopische Küste zu zerstören. Der einzige Weg das Monster zu beschwichtigen war, ihm die reizende Tochter Andromeda zu opfern. Nach langem Kampf von Seiten der Eltern, wurde sie schliesslich an einen Felsen am Meer gekettet.

Glücklicherweise kam just in diesem Moment der grosse Held Perseus vorbei. Er verliebte sich in die schöne, fast nackte, nur mit ein paar Schmuckstücken bekleidete, am Felsen angekettete Andromeda. Perseus forderte von König Kepheus Andromedas Hand und ein eigenes Königreich für deren Rettung. Bangend um das Leben seiner Tochter willigte dieser ein. Daraufhin zog Perseus seine geflügelten Schuhe an und eilte durch die Lüfte in Richtung Meeresungeheuer. Sein ganzes Handeln war darauf abgestimmt, die Aufmerksamkeit dieses Mädchens auf sich zu lenken. Daher vollzog er die Befreiung möglichst lärmend und aufsehenerregend, nur mit dem Krummschwert in seinem muskulösen Arm bewaffnet. Er hätte das Ungeheuer auch mit dem abgeschlagenen Haupt der Gorgone Medusa besiegen können, welches er bei sich trug, doch das schien ihm der Situation nicht angemessen. Verbreiteter ist jedoch die Variante in der er den Kopf der Medusa dazu benutzte, das Meeresungeheuer zu versteinern.

Perseus und Andromeda heirateten und lebten glücklich ein langes Leben zusammen. Es wird sich erzählt, dass die Götter so zufriedengestellt waren, dass sie den Hauptfiguren dieses Dramas einen Platz unter den Gestirnen gewährten.

Im Jahre 1627 hat die katholische Kirche erfolglos versucht, die 'ketzerischen' Sternbilder, welche schon seit Jahrhunderten, ja gar Jahrtausenden bekannt waren, zu christianisieren und sie in Figuren aus der christlichen Glaubenswelt umzuwandeln. Das Sternbild der Andromeda wurde dabei zu Sepulchrum Christi (Grab Christi).

http://www.maa.agleia.de/Maps/Stars/Fig/andromeda.html
http://deepsky.astronomie.info/And/index.de.php



PERSEUS

Abkürzung:
Per
Deutscher Name:
Perseus

Allgemein:
Eines der größeren Sternbilder der nördlichen Hemipshere. Die nördliche Grenze reicht bis zu DECL=+59 Grad hinauf, die südliche Grenze reicht hinab bis etwa DECL=+31 Grad (zu Aries und Taurus). Von Osten nach Westen erstreckt sich dieses Sternbild von etwa RA=4h 50m bis RA=1h 30m.
Nach Perseus ist auch eine Sternbild Familie benannt.
Man stellt sich die Figur des Perseus so vor, daß er in der einen Hand den Kopf der Medusa hält (der Stern beta Per soll das böse Auge der Medusa darstellen). 

Mythologie und Geschichte:
Akrisios war der König von Argos und hatte eine hübsche Tochter namens Danae. Das Orakel von Delphi prophezeite ihm, sein Enkelsohn werde ihn einst töten. Aus Furcht vor diesem Orakelspruch liess Akrisios seine Tochter Danae in einen Turm einschliessen, damit sie keinen Mann empfangen könne. Akrisios konnte natürlich nicht wissen, dass Zeus selbst sich der liebreizenden Danae nähern wollte. Zeus tat dies auch und nahm dazu die Form eines goldenen Regens an, der durch die Wände, Fugen, Ritzen und Fenster drang. Danae gebar einen Sohn, welcher "Der aus fliessendem Gold entstandene" oder auch "Der Goldgeborene" genannt wurde - eben den Perseus. Akrisios blieb dies natürlich nicht lange verborgen und er liess seine Tochter und sein Enkelkind in einen Kasten einnageln, der dann ins Meer geworfen wurde.

Danae und Perseus trieben lange Zeit auf dem Meer, bis sie schliesslich an der Küste der steinigen Insel Seriphos strandeten und aus ihrem Gefängnis befreit wurden. Auf dieser Insel herrschte Polydektes, der bald jahrelang um die schöne Danae warb, jedoch vergebens. Entweder um Danae doch noch zur Ehe zu zwingen oder um Perseus aus dem Weg zu schaffen, schickte er den inzwischen zum Jüngling herangewachsenen Sohn der Danae aus, eine tödliche Aufgabe zu erledigen. Er solle das Haupt der Medusa zu holen.

Die Medusa war eine der Gorgonen, eine der drei Töchter des Phorkys, die mit Schlangenhaaren ausgestattet waren und einen versteinernden Blick werfen konnten. Zwei dieser Töchter waren unsterblich, die Medusa dagegen sterblich. Dieser Vater hatte aber auch noch drei weitere Töchter, die Graien, "die Uralten", die alle zusammen nur ein einziges Auge und einen einzigen Zahn besassen, welche sie sich wechselweise leihen mussten, sofern Bedarf bestand.

Mit Hilfe der Flügelschuhe des Hermes, der Hadeskappe, welche undurchdringliche Nacht verbreitete und des Sichelschwertes des hinkenden Feuer- und Schmiedegottes Hephaistos, gelang es Perseus die Graien zu überwinden. Er nahm ihnen ihr einziges Auge weg, als einmal die zweite der drei Schwestern einmal etwas sehen wollte. So wurde der Weg frei und er drang, die Hadeskappe über den Kopf gezogen, bei den Gorgonen ein. Perseus achtete sorgsam darauf, die Medusa nicht direkt anzusehen, sondern nur ihr Spiegelbild in seinem blank poliertem Schild - sonst wär er sofort zu Stein erstarrt. Auf diese Weise gelang es ihm, die von Poseidon schwangere Medusa zu enthaupten. Aus dem toten Körper entsprang sodann das geflügelte Pferd Pegasos. Auch der schon ganz erwachsene Krieger Chrysaor mit einem goldenen Schwert in der Hand entstieg ihrem toten Körper. Perseus steckte das noch bluttriefende Gorgonenhaupt in den Zaubersack und entkam mit Hilfe der Hadeskappe, die tiefe Finsternis rundherum verbreitete.

Perseus kam auf seinem Weg zurück an der Küste Äthiopiens vorbei. Dort war die schöne Andromeda - die Tochter der Königin Kassiopeia und des Königs Kepheus - hilflos und fast nackt, nur mit ein paar Schmuckstücken bekleidet, an einen Felsen angekettet. Ihr näherte sich ein fürchterliches Meeresungeheuer mit der Absicht, sie zu verschlingen. Perseus verliebte sich sofort in die schöne Prinzessin. Er ergriff die Gunst der Gelegenheit und forderte von Andromedas Vater, König Kepheus von Äthiopien, die Hand seiner Tochter und ein eigenes Königreich für deren Rettung. Dieser willigte, bangend um das Leben seiner Tochter, ein. Daraufhin zog Perseus seine geflügelten Schuhe an und eilte durch die Lüfte in Richtung Meerungeheuer. Sein ganzes Handeln war darauf abgestimmt, die Aufmerksamkeit dieses Mädchens auf sich zu lenken. Die Befreiung vollzog nur mit dem Schwert bewaffnet. Verbreiteter ist jedoch die Variante, in der er den Kopf der Medusa aus dem Sack holte und das Meeresungeheuer zu einem Felsen im Meer versteinerte.

Perseus eilte zu seiner Heimatsinsel Seriphos zurück und erschien vor Polydektes. Er schrie: "Hier ist Dein Geschenk!" und hielt das Haupt der Medusa hoch. Augenblicklich erstarrten der König und seine Gefolgsleute zu Stein. Perseus kehrte zu seiner Geliebten Andromeda zurück und heiratete sie. Beide lebten lange und glücklich und hatten viele Kinder. Einer ihrer Urenkel war Herkules. Als Perseus starb wurde ihm am Himmel ein Platz unter den Sternen gewährt: Sein Schwert hochgestreckt und in der anderen Hand den teuflischen Kopf der Medusa haltend, dass sie für alle Zeiten auf die Menschheit blicke.

An die Erzählung erinnern manche Namen wie Perseus, Perseus et Caput Medusae, Victor Gorgonei monstri, Gorgonifer und Träger des Medusenkopfes. Auch dieses Sternbildung erlangte eine Umwandlung in biblisch orientierte Bilder wie David mit dem Kopf von Goliath und Apostel Paulus mit Schwert und Buch.  

http://www.seds.org/Maps/Stars/Fig/perseus.html
http://deepsky.astronomie.info/Per/index.de.php



AURIGA

Abkürzung:
Aur
Deutscher Name:
Auriga

Allgemein:
Ein recht großes Sternbild der nördlichen Hemisphäre; man findet es zwischen DECL=55 Grad und DECL=28 Grad sowie RA=7h 30m und RA=4h 40m. In diesem Sternbild gibt es keinen Stern gamma Aur. Der Grund dafür liegt in der Lage des dritthellsten Sternes (den man mit 'gamma' bezeichnen würde): er befindet sich genau auf der Grenzlinie zum Sternbild Stier, Taurus, und wird bereits als beta Tau geführt.
Da die Milchstraße durch Auriga verläuft, kann man viel Freude am Betrachten dieses Teils des Himmels finden. 

Mythologie und Geschichte:
Das Sternbild ist schon seit babylonischen Zeiten als Fuhrmann bekannt. Es überlagern sich zwei verschiedene Bilder, die an zwei verschiedene Begebenheiten erinnern: Es stellt einen Fuhrmann dar, der auf seinen Schultern eine Ziege samt jungen Ziegenböckchen trägt.

Die Ziege erinnert an die früheste Jugend Zeus': Am Beginn des frühesten Seins, als noch Chaos war, ein leerer Raum, der Ursprung aller Dinge, entstand die breitbrüstige Erde. Sie gebar Uranos, den Himmel, damit er sie umgebe und damit die Götter dort einmal einen festen Wohnsitz fänden. Sie vereinigte sich sogar mit Uranos selbst und gebar die Titanen. Uranos war nicht gerade ein liebevoller Vater, denn er hasste seine Kinder, verstiess sie in die Schluchten der Erde und freute sich noch daran. Einer der Titanen, Kronos, man nannte ihn auch den Krummgesonnenen, verging sich auf schreckliche Weise an seinem Vater mit einem gezahnten Sichelschwert. Uranos verlor seine Mannheit und Kronos erlangte die Herrschaft im Himmel. Eine solche Tat konnte nicht ungesühnt verbleiben und so wurde ihm durch eine Weissagung kund, dass sein eigener Sohn ihn bezwingen und der Herrschaft berauben werde. Kronos tötete in Besorgnis um seine Zukunft all seine neugeborenen Söhne und verschlang sie.

Die in Quellen und Gewässern wohnende Nymphe Amaltheia war auf dem kretischen Ida wohlbekannt. Sie konnte eines der Kinder heimlich fortschaffen und versteckte es vor seinem grausamen Vater in den Wäldern. Sie taufte das Kind auf den Namen Zeus. Amaltheia gehörte eine schöne Ziege, das Muttertier zweier Böckchen. Diese Ziege fiel auf unter den diktäischen Herden, denn sie hatte hohe, zum Rücken umgebogene Hörner und ein Euter, wie es die Amme Zeus' haben musste. Sie gab ihre Milch dem Gotte; dann aber brach sie an einem Baum ein Horn ab und war der Hälfte ihrer Zier beraubt. Die Nymphe nahm das Horn an sich, bekränzte es mit frischem Grün, füllte es mit Früchten und hob es vor das Antlitz Zeus'. Als dieser die Herrschaft des Himmels innehatte, auf dem Throne seines Vaters sass und nichts stärker war als der unbesiegte Zeus, da machte er seine Amme und das Füllhorn, das noch jetzt den Namen seiner Herrin trägt, zu Sternen. Die hell leuchtende Capella ist dieser Ziegenstern und darunter stehen zwei etwas kleinere Sterne, in denen man die Böckchen erkennt.

Der Fuhrmann war nicht etwa ein Kutscher, sondern eher ein Zügelführer auf einem Rennwagen oder vielleicht auch einem Streitwagen, der ein Viergespann lenkte. Die einen sagen es sei Phaethon gemeint, der von seinem Vater, dem Sonnengott, den Sonnenwagen geliehen hat und in seinem jugendlichen Übermut beinahe die ganze Erde und auch den Himmel in Brand gesteckt hätte. Die Brandspuren sind heute noch als Band der Milchstrasse zu sehen und man erkennt, wie weit damals der Sonnenwagen von seiner Bahn abgekommen war.

Neben Phaethon glaubt man im Fuhrmann auch noch einen anderen Wagenlenker zu sehen, nämlich Erichthonius, den ohne Mutter gezeugten Sohn des Hephaistos. Hephaistos war der Gott des Feuers und des kunstreichen Schmeidehandwerkes, war der hinkende Sohn des Zeus' und der Hera. Zu ihm kam einst Athene, die jungfräuliche Göttin des Krieges, der Wissenschaft und der Künste. Hephaistos entbrannte in Liebe zu ihr und versuchte die sich mit aller Kraft wehrende Athene zu vergewaltigen. Dabei floss sein Same auf die Erde und die jungfräuliche Athene trat mit schamhaften Zorn darauf herum. So empfing ihn die Göttin der Erde und gebar schliesslich den Knaben Erichthonius, den sie später der Athene übergab. Dieser Knabe hatte Schlangenfüsse. Athene zog das Kind gross, indem sie es in einer Truhe hielt, die von Schlangen bewacht wurde. Er wuchs zum Mann heran und wurde König. Erichthonius erfand einen Wagen, weil er sich schämte seine Füsse zu zeigen. Der Wagen war fast dem Sonnenwagen ähnlich, und Zeus war so von dieser Erfindung beeindruckt, dass er Erichthonius als Furmann und Wagenlenker an den Himmel versetzte.

Der römische, astronomische Poet Hyginus sah in diesem Stern des Fuhrmanns noch einmal eine andere Person: Myrtilus oder Myrtilos. Der König von Oinomaos von Pisa hatte mit seiner Gemahlin Sterope drei Söhne und eine Tochter, namens Hippodameia. Er besass ein berühmtes Gestüt und war ein unbesiegbarer Lenker von Pferderennwagen. König Oinomaos wurde durch ein Orakel gewarnt, dass sein Schwiegersohn ihn töten werde und so versuchte er Hippodameias Heirat zu verhindern. Jeder junge Mann, der sich um Hippodameia bemühte, musste mit ihrem Vater ein Wagenrennen bestehen. Sollte er jedoch vom König überholt werden, so mu;sste er durch den Speer des Königs sterben; so war es vereinbart. Zwölf Prinzen waren schon getötet worden und ihre abgehackten Köpfe zierten das Palasttor. Pelops, der Sohn des Lyderkönigs Tantalos, wollte gleichfalls um Hippodameia freien und erbat sich von Poseiden, dem griechischen Gott der Meere, den schnellsten Wagen der Welt, der auch über Meereswellen rasen konnte. Vor dem Palasttor angekommen und angesichts der grausigen Umrahmung der Einfahrt, hat ihn dann doch der Mut verlassen. Deshalb bediente er sich einer List: Er versprach Myrtilos - das war der Wagenlenker des Königs, der selbst in die schöne Hippodameia verliebt war - die Hälfte seines zukünftigen Königreiches und das Recht, die Hochzeitsnacht mit Hippodameia zu schlafen, wenn er nur auf irgendeine Weise den Rennwagen des Königs erfolgreich behindere. Myrtilos, von süssen Gedanken beflügelt, entfernte insgeheim die Splinten von den Achsen der Räder und ersetzte sie durch Nachbildungen aus Wachs. Was daraufhin geschah, kann man sich leicht denken: Der Rennwagen des Königs verlor in voller Fahrt die Räder und der König kam dabei ums Leben. Als Myrtilos sein Recht auf die Hochzeitsnacht einfordern wollte, stiess ihn Pelops ins Meer, wo er ertrank. Hermes, er war der Vater des Myrtilos, konnte dieses Verbrechen nicht rechtzeitig verhindern; er versetzte ihn deshalb unter die Sterne als das Sternbild des Wagenlenkers.

Der ursprüngliche griechische Name dieses Sternbildes war Heniochos (Der, der die Zügel hält). Andere Bezeichnungn für dieses Sternbild waren Phaethon, Bellerophon, aber auch Custos caprarum, also der Ziegenhüter. Gemeint ist die Ziege, die Zeus einst als Amme diente.

http://www.maa.agleia.de/Maps/Stars/Fig/auriga.html
http://deepsky.astronomie.info/Aur/index.de.php



CANIS MINOR

Abkürzung:
CMi
Deutscher Name:
Kleiner Hund
 
Mythologie und Geschichte:

Die Griechen im antiken Griechenland hielten Canis Minor für den kleineren der beiden Hunde, welche dem Jäger Orion folgten. Einer anderen Legende nach sollten die beiden Hunde zu Diana, der Göttin der Jagd oder der Frau mit der legendären Schönheit, Helen von Troy, gehören.

Eine andere Erzählung berichtet vom Hund der Erigone. Sie war die Tochter eines einfachen athenischen Bauern namens Ikarios. Dionysos, der griechische Gott der Fruchtbarkeit, des Weines und des Rausches, hatte Ikarios das Keltern des Weines gelehrt. Ikarios hat eine Probe seiner Kunst einer Gruppe von Schafhirten angeboten, die den Wein unbeherrscht in grosser Menge unverdünnt getrunken haben, bis sie sich verzaubert glaubten, weil sie manches doppelt sahen. In ihrem Rausch töteten sie Ikarios, weil sie meinten, er hätte sie vergiftet. Nachdem sie ihren Rausch ausgeschlafen hatten, begruben sie ihn unter einem Tannenbaum und verwischten alle Spuren sorgfältig, damit ihre Tat nicht bekannt würde. Ikarios' Tochter Erigone wusste nicht wo ihr Vater geblieben war, bis ihr Hund Maria sie an einem Zipfel ihres Gewandes zu jener Stelle zerrte, wo ihr Vater von den Mördern verscharrt worden war. Verzweifelt war Erigone und erhängte sich an dem Tannenbaum, der beim Grab ihres Vaters stand. Das Delphische Orakel klärte das Verbrechen auf und die schuldigen Hirten wurden bestraft. Der Hund Maria (Canis Minor) wurde an den Himmel versetzt, Ikarios wurde als Bootes (Ochsentreiber), der seinen Winzerwagen (Grosser Wagen) führt und Erigone als Jungfrau verstirnt.

Die griechische Bezeichnung für dieses Sternbild wurde von den Römern transkibiert zu Procyon. Dieser Name meint, dass das Sternbild - zumindest in nördlichen Breitengraden - früher im Osten aufgeht als der Grosse Hund. Cicero hat ihn Antecanis genannt, es wurde das Sternbild auch Antecedens Canis, Antecursor, Praecanis, Procanis, Catellus (Hündchen), Icarium Astrum, Erigonius und Canis virgineus bezeichnet. Nach der Christianisierung des Himmels setzte das Hündchen Wolle an und blökte immer an Ostern als Osterlamm.

http://www.maa.mhn.de/Maps/Stars/Fig/canisminor.html
http://deepsky.astronomie.info/CMi/index.de.php



HYDRA

Abkürzung:
Hya
Deutscher Name:
Wasserschlange

Mythologie und Geschichte:
Bei der nördlichen Wasserschlange überlagern sich zwei verschiedene Bilder aus der griechischen Mythologie.

Das erste Bild zeugt von der eher harmlosen Wasserschlange aus der Geschichte des Raben: Der Rabe wurde von Apollon ausgesandt, um mit einem goldenen Becher frisches Quellwasser zu holen. Stattdessen tat sich dieser an Feigen gütlich und trug bei seiner Rückkehr die Wasserschlange in seinen Fängen, als angebliche Begründung für seine Verspätung. Um jedermann an diese Untat zu erinnern, wurden der Rabe samt Becher und Wasserschlange am Himmel zur Schau gestellt.

Von einem ganz anderen Schlag war die Wasserschlange, mit der Herakles zu tun hatte: In einem Sumpf in der Nähe von Lerna, einem See und einer Stadt an der Küste von Argo, hauste ein unsagbar gefährliches und gräßliches Untier. Diese Schlange soll mehrere Köpfe gehabt haben. Fünf sollen es gewesen sein, aber manche sprechen auch von sechs, neun, ja fünfzig oder hundert Köpfen, aber in jedem Falle war der Kopf in der Mitte unverwundbar. Fürchterlich war es, da diesen gräßlichen Mäulern - ob die Schlange nun schlief oder wachte - ein fauliger Atem, ein Hauch entwich, dessen Gift tödlich war. Kaum schlug ein todesmutiger Mann dem Untier einen Kopf ab, wuchsen auf der Stelle zwei neue Häupter hervor, die noch furchterregender waren. Eurystheus, der König von Argos, beauftragte Herakles in seiner zweiten Aufgabe diese lernäische Wasserschlange zu töten.

Also zog Herakles aus und sein Neffe Iolaos, ein tüchtiger kalydonischer Jäger, begleitete ihn. Er versuchte als erstes mit Brandpfeilen die Schlange aus ihrem Schlupfwinkel zu vertreiben, dann wollte er ihr mit der riesenhaften Keule ans Leben, doch erfolglos. Auch das messerscharfe Sichelschwert half nicht viel, denn jeder Kopf wuchs nach - nicht bloß einfach, sondern gleich zweifach. Herakles schickte Iolaos in den Wald, um dort ein Feuer zu entfachen, damit Brandfackeln gebracht werden können. Er preßte die Fackeln auf die frisch geschlagene Wunden und verhinderte somit ein erneutes Nachwachsen. Beinahe wäre auch dieser Angriff vereitelt worden, denn Hera haßte aus tiefstem Herzen den unehelichen Sohn ihres Gatten Zeus und sandte einen großen Krebs, der den Helden in dieser gefährlichen Situation in die Ferse stach. Doch Herakles zertrat das Tier und schleuderte es weg. Er und sein Neffe enthaupteten schließlich die Schlange vollends und befreiten die Stadt Lerna dadurch vor einer großen Gefahr. Herakles tauchte dann seine Pfeilspitzen in das giftige Blut, das aus den Hälsen der Schlange quoll. Seine Pfeile waren fortan noch viel gefährlicher, als sie es vorher schon waren.

Die Nördliche Wasserschlange wird auch als Weibliche Wasserschlange und als Große Wasserschlange bezeichnet und trägt auch die lateinischen Namen Hydra, Hydra et Crater oder Hydra et Corvus. Früher existierte das Sternbild Faelis, Felis bzw. Katze südlich von der Nördlichen Wasserschlange, wird aber heute nicht mehr anerkannt.

http://www.maa.agleia.de/Maps/Stars/Fig/hydra.html
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SEXTANS

Abkürzung:
Sex
Deutscher Name:
Sextant

Geschichte:
Der Bürgermeister von Danzig, Jan Hevelcke (latinisiert Hevelius) führte 1690 in seinem Buch Prodromus Astronomiae einige neue Benennungen für Örter am Himmel ein, wo sich wenige Sterne befinden. Dieses Bestreben lässt sich dadurch erklären, dass es damals keine international anerkannten Grenzen der Sternbildsysteme gab, wodurch viel Verwirrung entstand. Deshalb wollte man alle diese leeren Örter mit weiteren kleinen Sternbildern auffüllen. Auf diese Weise gelangte das Symbol des Sextanten in die Sternkarten. Hevelius selbst verstand Sextanten anzufertigen und benutzte diese auch zur Vermessung der Sternpositionen, nachdem das Fernrohr schon lange erfunden worden war. 

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ERDE 

Abkürzung:
?
Deutscher Name:
Erde
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